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Das blaue Licht

Vorstellung: 12. januar 2018 um 18:30 Uhr

Genre: Drama

Zusammenfassung: Junta is hated by the people in the village where she lives, especially by the women, who suspect her of being a witch. Only she can climb the nearby mountains to a cave high up, whence a mysterious blue light glows when the moon is full. Many young men of the village have died trying to follow her. She is driven out of town, and takes to living in the mountains. Eventually she shares the secret of the blue light with one man, and he betrays it.

Länge: 70 min.

Regisseur: Leni Riefenstahl

Filmprogramm

  • Der Müde Tod
    Regisseur: Fritz Lang
    Länge: 105 min
    Vorstellung: 09. februar 2018 um 19:00 Uhr

Der expressionistische Film

Die Filmvorführungen, die ein didaktisches Ziel verfolgen, werden in der Bibliothek veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Die Plätze sind beschränkt.
   


Dieses Filmgenre entstand in den bewegten Jahren der Weimarer Republik in einem Deutschland zwischen zwei Weltkriegen. Der Staat war besiegt worden, von politischen und sozialen Unruhen geschüttelt und sah der Zukunft ängstlich entgegen. Die Filmemacher fanden in der expressionistischen Bewegung eine Ausdruckssprache, die ihnen erlaubte, diese existenziellen Ängste zu schildern, für die in dem Monopol der realistischen nordamerikanischen Filmproduktion kein Platz war. Die deutsche Schule der zwanziger Jahre zeichnete sich im filmischen Panorama durch ihre technische und erzählerische Überlegenheit aus.

Der filmische Rundgang beginnt bei Wiene (das Cabinet des Dr. Caligari, 1920), Friedrich Wilhelm Murnau (Nosferatu, eine Symphonie des Schreckens, 1922) und Fritz Lang (Metropolis,1927). Die Epoche des expressionistischen Films war Ende der zwanziger Jahre vorüber, doch sein Erbe lebte im Horrorfilm der dreißiger Jahre und im Film noir der vierziger Jahre wieder auf. Meister der Filmkunst wie Buñuel und Hitchcock waren von den Vorführungen von Filmen wie Der müde Tod (Fritz Lang) in den UFA-Filmstudios beeindruckt. Viele andere, wie etwa Dreyer oder Orson Welles, haben diese eigenwillige Ästhetik und Auffassung der deutschen Schule aufgenommen, die heute weiterhin in den Werken von Regisseuren wie Tim Burton oder David Lynch spürbar sind.
 


Diese Filme erzählen von Demenz, Wahnsinn, Verrat und der Anklage eines in sich zusammenfallendes Systems. Eine Kritik am Diskurs des Verstandes. Diese Filme können sogar als eine Zukunftswarnung eines dekadenten Deutschlands gedeutet werden, wie etwa eines der bedeutendsten Werke dieses Genres ‘Das Cabinet des Dr. Caligari’ nahelegt. Sein Protagonist Cesare, ist in einer Traumwelt gefangen, die ihm verbietet zu erwachen und der Realität entgegenzutreten, er ist Opfer eines düsteren Tyrannen, der Manipulation und der Unterdrückung einer schwachen Seele, die keine Möglichkeit des Entrinnens findet.

Dieses Filmgenre war Teil eines historischen Prozesses der Ungewissheit. Die Regisseure waren Zeugen und Protagonisten des Voranschreitens der Modernisierung und seiner Konsequenzen – wie etwa der Individualitätsverlust des Menschen – und verliehen dieser Zukunftsangst in Filmen wie ‘Metropolis’ Ausdruck, dessen Thematik zusammen mit seinen innovativen visuellen Effekten sich dem Gebiet des Science-Fiction näherte. 



Angesichts einer moralischen Krise, die die Bevölkerung heimsuchte, stellten die Regisseure mit einer widernatürlichen Haltung Gefühl und Verstand gegenüber. Bei diesem Versuch, die Subjektivität in Bilder umzusetzen, tauchte ein Heer verhängnisvoller und gepeinigter Figuren auf. Der groteske Nosferatu ist der Ursprung einer Vampirsage, die immer noch erfolgreich ist. 



Dieses Filmgenre begründete eine subversive Ästhetik, die die bühnenbildnerischen Elemente mit dramatischen und psychologischen Absichten hervorhob. Die Anomalien im Bühnenbild charakterisierten sich durch optische Verzerrung, das Verschwinden der vertikalen Achsen, oder bis zur Übertreibung hervorgehobene Reliefs und Konturen, visuelle Winkelspiele, den ständigen Gebrauch von schrägen Flächen und geschwungenen Linien als Ausdruck der Subjektivität. Die Filmemacher verwandelten das Licht in einen weiteren Protagonisten und die Schatten in ein ästhetisches und erzählerisches Symbol. Die starken Kontraste der Chiaroscuros sind das Markenzeichen dieses Genres. Ein filmisches Experiment, dessen Erzählkunst und Technik einen Stil entwickelten, der ein eigenes Kapitel in der Filmgeschichte geschrieben hat
.


Ein ungewöhnliches Filmerlebnis, das sich an diejenigen richtet, die nicht davor zurückschrecken, sich in verzerrte Realitäten mit veränderten Perspektiven, unmöglichen Winkeln, Straßen die sich schräg im Raum verlieren, asymmetrischen Fassaden und erstickenden Innenleben zu begeben. Eine von fantastischen und mythischen Elementen – Vampiren und Mördern, einer trostlosen Zukunft – bevölkerte Realität... eine Welt voller Licht und Schatten, in die wir sie nur, wie es der Doktor Caligari tun würde, hereinbitten können.  


Meine Damen und Herren. Kommen Sie herein und staunen!

Cineforum

Den Filmvorführungen gehen Einleitungsgespräche voraus, in denen Informationen zum Kontext, hervorzuhebende Daten, Kuriositäten, Reflexionen und Beiträge ausgetauscht werden sollen. Nach Beendigung des Films kann man auf Wunsch an dem Kolloquium zum Gedankenaustausch teilnehmen. Wir laden die Filmfreunde, die nicht zur Vorführung kommen können, dazu ein, ihre Meinung auf unserer Facebook-Seite oder via Twitter mitzuteilen.